Andreas Nesselthaler (1748-1821)

Fürsterzbischof Colloredos Hofmaler

Sonderausstellung im Salzburger Barockmuseum, 7. April bis 5. Juni 2006

Andreas Nesselthaler wurde 1748 in Langenisarhofen in Niederbayern geboren, die Taufe erfolgte am 22. November. Sein Vater Michael war Uhrmacher und handwerklicher Maler. Seine Mutter Katharina, geb. Kain starb, als Andreas acht Jahre alt war. Der Vater ging bald darauf eine zweite Ehe mit Maria Sebald ein, so dass Nesselthaler nicht nur einen Bruder, sondern auch drei Halbbrüder hatte, von denen einer, Michael Nesselthaler, später Bildhauer in Wien und Alleinerbe des unverheiratet gebliebenen Malers wurde.
Andreas Nesselthaler nimmt in der Geschichte der Salzburger Malerei eine bedeutungsvolle Stellung ein. Er war der letzte Hofmaler des Fürsterzbistums und der letzte Verwalter der fürsterzbischöflichen Galerie. Abgesehen von Kirchenbildern, mit denen er geistlichen Anforderungen entsprach, schuf er eine Reihe von Repräsentationsporträts.
Seine eigentliche Bedeutung liegt auf zwei Gebieten. Zum einen pflegte er als einer der ersten in Salzburg die moderne Landschaftsvedute, die auf dem objektiven Festhalten des Gesehenen unter Zurücknahme der persönlichen Interpretation beruht. Noch einige Zeit nach der Säkularisation, als die Entdeckung Salzburgs als malerisches Motiv durch auswärtige Vedutisten begann, war er der einzige in der Stadt langfristig ansässige Landschaftsmaler.

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