Salzburger Nachrichten, 6. April 2006
SALZBURG (SN, APA). Mit einer kleinen Sensation wartet das Salzburger Barockmuseum auf – dort sind vier der jahrelang verschollen geglaubten Transparentbilder von Andreas Nesselthaler zu sehen. Insgesamt gibt es zehn dieser von hinten beleuchteten, romantischen Landschafts-Bilder aus Papier, die am Anfang des 19. Jahrhunderts überaus populär waren. Zwei von sechs Bildern blieben allerdings in Wien und vier weitere in Berlin, weil sie allesamt wegen des schlechten Zustands nicht verreisen dürfen.
Andreas Nesselthaler (1748-1821) war der letzte Hofmaler des Fürsterzbistums Salzburg. Für den wegen seiner harten Haltung gegenüber Mozart oft als kunstfeindlich betrachteten Hieronymus Graf Colloredo schuf der Frühklassizist Nesselthaler eine Reihe von Repräsentations-Porträts, historische Gemälde in großen Formaten und eine lange Reihe von kleinformatigen Landschaftsbildern in Öl. Nesselthaler hat darüber hinaus die Halleiner Pfarrkirche gestaltet.
Die Nesselthaler-Ausstellung im Barockmuseum widmet sich dem gesamten Oeuvre dieses zu Lebzeiten außerordentlich erfolgreichen und verehrten Malers.