Danreiter 2010 – Genie und Gärtner Salzburgs

Vernissage: Donnerstag, 10. Juni 2010, 18.00 Uhr
Pressekonferenz: Donnerstag, 10. Juni 2010, 11.00 Uhr
Dauer: 11. Juni bis 5. September 2010

Anlässlich des 250. Todesjahres zeigt das Salzburger Barockmuseum mit Unterstützung des Salzburg Museums die erste umfangreiche Ausstellung zum Leben und Werk von Franz Anton Danreiter (1695-1760).
Danreiter war hochfürstlicher Garteninspektor. Er betreute alle erzbischöflichen Lust- und Küchengärten, die dazugehörigen Bauten und alle Brunnenanlagen in der Stadt Salzburg.
Im Bewusstsein nahezu aller Salzburger sind seine Stadtansichten, weitgehend unbekannt dagegen sind seine Gartenentwürfe.

Danreiter wurde am 9. Dezember 1695 im Salzburger Dom getauft. Nach dem Besuch des Gymnasiums und der Universität in Salzburg, nahm er das Angebot des Salzburger Fürsterzbischofs Franz Anton Harrach an, in die Gärtnerei zu wechseln. Er unternahm eine achtjährige Studienreise durch das damalige Österreich, Sachsen, Holland und Frankreich. Ziel war es, sich einen Eindruck von den neuesten künstlerischen Entwicklungen der Gartenkunst zu verschaffen und einschlägige technische Kenntnisse zu erlangen: im Zeichnen, der Botanik, der Gartenpflege und der Brunnenkunst.

Zurück in Salzburg wurde er hochfürstlicher Garteninspektor und diente als solcher fünf Salzburger Fürsterzbischöfen. Er zeichnete Gartenentwürfe und übersetzte das als Gartenbibel angesehene Buch "La Théorie et la Pratique du Jardinage" des A. J. Dezallier d’Argenville von 1713 und wurde damit zu einem wichtigen Vermittler französischer Gartenkunst in die deutschsprachigen Länder. Danreiter erstellte umfangreiche Garteninventare für den fürsterzbischöflichen Hof und war sogar als Planer und Architekt für den Neubau der St. Sebastianskirche in der Linzergasse tätig (1753).

Hervorzuheben sind seine Vorzeichnungen für die Salzburger Prospektserien, die alle in Augsburg gestochen und verlegt wurden. Es sind dies die Festungs-, Mirabell-, Kirchen- und Hellbrunnprospekte, entstanden in den Jahren1727 bis 1735. Sie stellen eine einzigartige und umfangreiche Dokumentation des barocken Stadtbildes von Salzburg dar. Danreiters Zeichnungen sind ausgesprochen dekorativ, sein Stil ist präzise und leicht. In Vielem ist seine genaue Zeichnung der Architektur und der Gartenarchitektur mit dem Stichwerk der "Historischen Architektur" von Johann Bernhard Fischer von Erlach oder mit Blättern Salomon Kleiners vergleichbar.
Auch die zwei Musterbücher "Lust-Stück der Gärten" (1728) und "Vierundzwantzig Garten-Grund-Riße" (1744) mit phantasievollen Parterrevorschlägen zeigen den versierten Gartenarchitekten, der aus seinen französischen Lehrjahren schöpfte, die Strömungen der Zeit aufnahm und den Formenkanon ideenreich weiterentwickelte. An diesen Entwürfen erkennt man, dass Danreiter gemeinsam mit Jacques François Blondel und François Cuvilliés d.Ä. als einer der Vertreter deutscher Gartenkunst des Rokoko gelten darf.

Danreiter heiratete 1733 Maria Cäcilia Kolb. Sie mussten schwere Schicksalsschläge durchleben: von ihren elf Kindern wurde keines älter als drei Jahre. Danreiter hatte ein hitziges Temperament. Es sind verschiedene Streitigkeiten und Verleumdungsklagen mit den Hofgärtnern aktenkundig. Trotz der Dienstwohnung im Schloss Mirabell war sein Leben stets von Geldsorgen geprägt. Er starb 1760 mit 65 Jahren und wurde im Friedhof von St. Sebastian beigesetzt.

In der Ausstellung wird der hochfürstliche Garteninspektor als Künstler, als "Porträtist" Salzburgs, als Erfinder und Schöpfer aufwendiger Beetgestaltungen und als Gartentheoretiker gewürdigt. Gezeigt werden Veduten-Vorzeichnungen, Stiche, kolorierte Stiche , Tuschpinselzeichnungen und Archivalien.

Zur Ausstellung erscheinen die BAROCKBERICHTE 53/54.


Danreiter 2010 – Genius and Court Gardener of Salzburg

Franz Anton Danreiter was baptized on 9th of December, 1695 at the Cathedral of Salzburg. In 1716 he gave up his studies, accepting a commission by the Prince Archbishop Harrach to study the art of garden design during eight years of travelling, amongst other places to Versailles.

When Danreiter returned to Salzburg, the Prince Archbishop made him Garden Inspector of all of Salzburg’s court gardens. He drew garden plans and translated the book "La Théorie et la Pratique du Jardinage" by A. J. Dezallier d’Argenville of 1713, known as the "garden bible", thereby substantially supporting the introduction of the French art of garden design into the German-speaking countries. Danreiter compiled comprehensive garden inventories, re-designed the horseponds and even worked as an architect planning the re-construction of St. Sebastian’s Church in Salzburg (1749-1753).

Most important are his veduta series of Salzburg, namely the views of the fortress, the churches, Mirabell and Hellbrunn (1727-1735). They are of high quality and represent a unique documentation of the baroque city of Salzburg. The fanciful proposals for parterres in his two books of designs "Lust=Stück der Gärten" (1728) and "Vier und zwantzig Gärten=Grund=risse" (1744) give us an idea of his skills as a garden designer.

In 1760, at the age of 65 Danreiter died in Salzburg. On the occasion of the 250th anniversary of his death, the Salzburger Barockmuseum, supported by the Salzburg Museum, shows the first comprehensive exhibition on the life and work of the Court Garden Inspector.

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